Bild © Marc Wyss

Schreiben ist für mich der abenteuerlichste Akt in meinem Leben. Jedes Buch ist das Schnüren meines Rucksacks zum Aufbruch in eine neue Welt. Ich holze linksrechts eine Schneise durch den Dschungel. Das belebt mich! Das ist das Elixier, das ich brauche. Das erhält mich jung.

Das Leben steckt Grenzen, bietet aber Möglichkeiten. Das ist ein Thema. Ich schreibe über Menschen, ihre Wege, Wünsche, Möglichkeiten und Widerwärtigkeiten … Ich glaube, dass es dieser ungebrochene Mut und Trotz ist, der aus einem Individuum erst einen Menschen macht.

Die Stickerin

Die Testamentseröffnung der reichen amerikanischen Tante lehrt ihrer Sippe das Staunen. Als Bauerntocher und Fädlermädchen war sie aufgebrochen, als Schaustickerin hat sie sich zu den Sternen katapultiert alle sind sie jetzt da, doch wer kennt die Crazy Woman MAR? Maria Antonia Räss, kurz: MAR Umgang mit Berühmtheiten wie Walt Disney und Coco Chanel sprengte das appenzellische Mass. Ihr Broderiehaus errichtet sie an bester Lage im Rockefeller Center von New York. Und bringt die Appenzellerinnen und Appenzeller bei ihren Besuchen aus der Fassung, wenn sie im Fond des weissen Cadillacs mit ihrem schwarzen Fahrer durch die Wellenhügel schaukelt.

Margrit Schriber ist Verfasserin von Alltagsgeschichten in einer kühlen Sprache, in denen häufig eine desillusionierende Bilanz des Lebens ihrer Protagonisten gezogen wird. Sie begreift sich aber nicht als Pessimistin, sondern sieht in der Desillusionierung eine Chance zur Veränderung des Lebens ihrer Figuren. Ab 2006 schrieb sie mehrere historische Romane über Frauen im 18./19. und 20. Jahrhundert, die getötet, verstossen, ausgebeutet oder verachtet wurden. Sie ist Mitglied im Schriftstellerverband Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) und beim «DeutschSchweizer P.E.N.-Zentrum».

Interview mit Margrit Schriber zu «Die Stickerin»

margrit-schriber.ch

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