Bild Pius Strassmann von Ayse Yavas

(Bild: Pius Strassmann © Ayse Yavas)

Wie funktioniert dies und das und die Welt?, fragt sich der kindliche Held dieses Romans tagtäglich. Fern jeglicher Unruhe, die in den 1970er-Jahren auch die Schweiz zu ergreifen beginnt, lebt er mit seiner Großmutter im Zustand fragloser Verbundenheit ein kleines Glück. Das Haus ist herrlich, im Garten wachsen Gladiolen und Kopfsalat im Überfluss und das Leben – so mysteriös und voller Wunder – gibt täglich neue Rätsel auf, die das Kind entschlossen angeht. Es beobachtet mit den Augen eines kleinen Adlers und forscht und fragt – vorzugsweise sich selbst, denn die Großmutter ist meist sehr beschäftigt und hat das Fragekontingent limitiert. Um Antworten auf die großen Fragen seines Lebens ist dieses Kind nie verlegen, denn es ist ein Fantast und so eigenwillig und originell wie auch die Großmutter, die das Kind behütet und mehr liebt, als sie je sagen könnte. Der erste Roman des Lyrikers Pius Strassmann – ebenso tiefgründig wie schelmisch – überrascht mit gleichermaßen originären wie liebenswerten Figuren und einer Sprache, die man sich unentwegt selbst vorlesen möchte, so poetisch, so bewegend ist sie. Ein Leseabenteuer, dem man nur schwerlich widerstehen kann.

Pius Strassmann

Pius Strassmann, geboren 1963, lebt und arbeitet als Musiker und freier Autor in Luzern und im Emmental. Nach Berufstätigkeiten als Primarlehrer, Musiker, Musik-Kinesiologe und Lehrtätigkeit an Musikschulen und Musikhochschulen widmet sich Pius Strassmann heute ausschließlich dem Schreiben und seinen musikalischen Interessen als Blockflötist. Neben der Lyrik gilt sein Engagement neuen literarischen Formaten und Projekten wie der «Lyrischen Stadtbegehung».

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Dass ich zufälligerweise ohne Hunger, Durst, Folter lebe, nicht auf der Flucht bin, nicht im Krieg, genug Wasser zur Verfügung habe, die Folgen der Klimakatastrohe bis jetzt überlebt habe, mich in einem Haus mit Bett und Heizung befinde. Und dass so viele Schweizer:innen allen Ernstes denken, all diese Privilegien würden ihnen zustehen, ganz einfach, weil sie Schweizer:innen sind.

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